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Immobilienportale in Österreich

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Der Bestand verteilt sich anders als in Deutschland: Ein Kleinanzeigenmarkt dominiert, im Westen liegt das Beste auf den Landesportalen, und mehrere bekannte Marken zeigen denselben Datenbestand.

  1. 1Region eingrenzenWo ist die Nutzung als Ferienwohnsitz überhaupt zulässig? Das entscheidet Landesrecht, nicht das Angebot.
  2. 2Marktplätze sichtenwillhaben und ImmoScout24.at zusammen - die eine Hälfte des Angebots kommt von Privaten, die andere von Maklern.
  3. 3Landesportal dazunehmenIn Vorarlberg, Tirol und Salzburg liegt dort, was die österreichweiten Portale nicht zeigen.
  4. 4Vor dem Angebot prüfenWidmung schriftlich von der Gemeinde, Grundbuchsauszug für 18 Euro. Beides vor dem ersten Termin.

Wer aus Deutschland sucht, bringt eine Gewohnheit mit: zwei große Portale öffnen, Filter setzen, fertig. In Österreich führt das zu einem verzerrten Bild. Der Markt ist kleiner, die Anbieter verteilen sich anders, und je weiter westlich die Wunschregion liegt, desto mehr entscheidet das Landesportal darüber, was Sie überhaupt zu sehen bekommen. Dazu kommt eine Eigenheit, die Suchzeit kostet: Mehrere prominente Immobilienauftritte sind Fenster in dieselbe Datenbank.

Die österreichweiten Marktplätze

PortalArtWofür es taugtWo es dünn wird
willhabenKleinanzeigenmarktDer größte Marktplatz des Landes, mit Privatinseraten neben Maklerangeboten. Wer den Bestand einer Gemeinde überblicken will, beginnt hier.Viel Rauschen, wechselnde Datenqualität, Dubletten zu den Maklerportalen.
ImmoScout24.atProfessionelles InserateportalÜberwiegend Makler und Bauträger, feine Filter, eigene Kategorien für Grundstücke und Neubau.Privatangebote fehlen weitgehend - im ländlichen Raum ein spürbarer blinder Fleck.
immowelt.atDeutsche Marke mit Österreich-AblegerBedienung und Suchlogik sind identisch mit der deutschen Fassung - der kürzeste Weg für alle, die von immowelt.de kommen.Der österreichische Bestand ist kleiner als der der heimischen Marktplätze.
DER STANDARD ImmobilienMedienportal der STANDARD VerlagsgesellschaftWohnung, Haus, Gewerbe, Grundstück und Anlageobjekt, mit deutlichem Schwerpunkt auf Wien und den Landeshauptstädten.Keine eigene Kategorie für Ferienimmobilien.
FindMyHomeKuratiertes MaklerportalNach eigener Angabe über 350 Makler und Bauträger und täglich mehr als 25.000 Objekte; Zinshaus und Anlage als eigene Rubriken.Kein Ferienimmobilien-Bereich, Fokus auf Wohn- und Anlageobjekte.
WohnnetPortal mit BauratgeberFührt Ferienhaus als eigenen Objekttyp und verbindet die Suche mit einem großen Bau- und Sanierungsteil.In den Ergebnissen erscheinen auch deutsche Objekte - beim Filtern darauf achten.

Die beiden erstgenannten decken zusammen den überwiegenden Teil des inserierten Marktes ab, aber sie tun es auf verschiedene Weise. Auf willhaben stehen Privatinserate neben Maklerangeboten; das erzeugt Rauschen, bringt aber Objekte, die nie in einem Maklerbestand auftauchen. ImmoScout24.at ist der professionelle Gegenpol mit besseren Filtern und schlechterer Abdeckung abseits der Ballungsräume. Wer nur eines von beiden nutzt, sucht systematisch an einer Anbietergruppe vorbei.

Dieselben Objekte unter verschiedenen Marken

Ein Treffer auf vier Portalen ist in Österreich kein Beleg für ein begehrtes Objekt. Die Plattform Dibeo führt bazar.at, immmo.at, krone.at und kurier.at als verbundene Auftritte - fünf Marken, ein Datenbestand. Wer die Suche über mehrere dieser Adressen führt, verbreitert seine Übersicht nicht, sondern zählt dasselbe mehrfach.

Die beiden Metasuchen setzen genau dort an. Die Immosuchmaschine gibt an, über 400.000 Inserate der bekanntesten Portale und Kleinanzeigenseiten zu bündeln, IMMMO durchsucht mehrere Plattformen gleichzeitig. Als erster Aufschlag sind sie nützlich. Für die Kaufentscheidung taugen sie schlechter als die Primärquelle, weil Aktualität und Vollständigkeit von der Aktualisierung des Index abhängen und Dubletten nicht zuverlässig zusammengeführt werden.

Im Westen entscheidet das Landesportal

Je alpiner die Region, desto größer der Vorsprung der regionalen Plattform. Das hat einen einfachen Grund: Lokale Makler und private Verkäufer inserieren dort zuerst, weil sie ihre Käufer dort erwarten.

BundeslandPortalWas es auszeichnet
VorarlbergLändleimmoNennt sich Vorarlbergs größtes Immobilienportal und führte beim Abruf 4.521 Objekte. Ferienimmobilien sind eine von sieben Hauptkategorien, samt Feriengrundstücken.
TirolTT ImmoDer Marktplatz der Tiroler Tageszeitung, betrieben von der New Media Online GmbH. Vier Objektarten - Wohnung, Haus, Gewerbe, Grundstück -, eine Ferienkategorie gibt es nicht.
SalzburgSN ImmoVon der Salzburger Nachrichten Medien GmbH betrieben, gegliedert nach Flachgau, Tennengau, Pongau, Pinzgau und Lungau. Ferienwohnsitze und landwirtschaftliche Flächen sind eigene Rubriken.

Der Unterschied zwischen den dreien ist aufschlussreich: Nur Vorarlberg und Salzburg führen Ferienobjekte als eigene Kategorie, ausgerechnet Tirol nicht. Das ist kein Versäumnis des Portals, sondern spiegelt die Rechtslage - in Tirol ist die Nutzung als Freizeitwohnsitz an ein Verzeichnis der Gemeinde gebunden, und neue Einträge entstehen dort kaum noch. Ein Filter „Ferienimmobilie" würde eine Auswahl suggerieren, die es nicht gibt.

Hof, Wald, Weingarten: eine eigene Plattform

Landwirtschaftliche Objekte laufen an den Wohnimmobilienportalen weitgehend vorbei. Der Anzeigenmarkt von Landwirt.com führte beim Abruf 445 österreichische Immobilieninserate, verteilt auf zehn Kategorien:

KategorieInserate in Österreich
Grundstücke86
Bauernhöfe80
Wälder77
Äcker68
Häuser27
Wiesen26
Ferienimmobilien8
Weingärten6

Die Fundstelle ist nicht das Problem, die Genehmigung ist es. Der Erwerb land- und forstwirtschaftlicher Flächen ist genehmigungspflichtig, und die Genehmigung setzt in mehreren Ländern die Bewirtschaftung durch einen Landwirt voraus - unabhängig von der Staatsangehörigkeit. Warum daran die meisten Almträume enden, steht unter Almhütte kaufen.

Maklernetze mit eigenem Bestand

Drei Netzwerke sind groß genug, dass sich die Suche über ihre eigene Objektdatenbank lohnt - vor allem dort, wo die Portale ausdünnen.

NetzwerkGröße nach eigener AngabeProfil
RE/MAX Österreich120 Standorte, 650 Beraterinnen und Berater, über 8.000 ObjekteDer größte Maklerbestand des Landes: beim Abruf 3.173 Wohnungen, 1.967 Häuser und 876 Grundstücke, breit über alle Bundesländer gestreut.
s REAL80 Standorte, 220 FachleuteTeil der Erste-Bank-Gruppe und eines der wenigen Netze mit einer eigenen Suchkategorie für Ferienimmobilien.
Raiffeisen Immobilien102 Standorte, 295 Fachleute, rund 7.400 Vermittlungen im JahrIn regionale Landesgesellschaften gegliedert und dort stark, wo die überregionalen Portale dünn werden: im ländlichen Raum.

Ein Maklernetz ist kein neutraler Marktplatz, sondern zeigt den eigenen Auftragsbestand. Genau das kann ein Vorteil sein: Objekte erscheinen dort oft, bevor sie auf den großen Portalen landen, und im ländlichen Raum manchmal ausschließlich. Wer aus dem Ausland kauft, sollte allerdings wissen, dass die Provisionsregeln anders liegen als in Deutschland - die Einzelheiten stehen unter Kaufnebenkosten.

Die Versteigerung als eigene Quelle

Gerichtliche Versteigerungen erscheinen auf keinem Immobilienportal, sondern ausschließlich in der Ediktsdatei der Justiz. Veröffentlicht werden dort Versteigerungen von Liegenschaften, Wohnungen, Baurechten und beweglichen Sachen, und zwar mit Kurzgutachten, Bildern, Lageplänen und Grundrissen der Objekte. Sämtliche Abfragen sind gebührenfrei und ohne Anmeldung möglich.

Die Preise liegen dort regelmäßig unter dem freien Markt, und dafür gibt es Gründe: Der Ersteher übernimmt die Liegenschaft, wie sie ist, ohne Gewährleistung und ohne die Verhandlungsspielräume eines normalen Kaufs. Bestehende Dienstbarkeiten und Wohnrechte können übernommen werden - was im C-Blatt des Grundbuchs steht, entscheidet hier über den tatsächlichen Wert.

Was in keinem Inserat steht

Der wichtigste Teil der Prüfung findet außerhalb der Portale statt. Kein Exposé sagt verbindlich, ob eine Liegenschaft als Ferienwohnsitz genutzt werden darf, ob die Gemeinde eine Erklärung beim Erwerb verlangt oder welche Lasten im Grundbuch stehen. Drei Auskünfte schließen diese Lücke:

  • Die Gemeinde zur Widmung und - in Tirol - zur Eintragung im Freizeitwohnsitzverzeichnis. Schriftlich, vor jedem Angebot. Was daran hängt, steht unter Freizeitwohnsitz.
  • Die Grundverkehrsbehörde des Bundeslandes zur Erklärungs- oder Genehmigungspflicht. Die neun Landesrechte gehen weit auseinander, siehe Grundverkehr.
  • Das Grundbuch zu Eigentum und Lasten. Der Auszug kostet 18 Euro, jeder darf ihn ohne Interessennachweis anfordern - ein Vorteil gegenüber Deutschland, den kaum jemand nutzt. Näheres unter Grundbuch.

Die Reihenfolge ist dabei nicht beliebig. Ein Objekt, das im Portal perfekt aussieht, aber weder als Freizeitwohnsitz zulässig noch lastenfrei ist, kostet erst Zeit und dann Geld. Beide Auskünfte lassen sich einholen, bevor Sie den ersten Termin vereinbaren.

Häufige Fragen

Welches Immobilienportal ist in Österreich das größte?

willhaben ist der größte Marktplatz und der einzige, auf dem Privatinserate und Maklerangebote in nennenswertem Umfang nebeneinander stehen. ImmoScout24.at ist das größte rein professionelle Portal. Für eine belastbare Marktübersicht brauchen Sie beide, weil sich die Anbietergruppen unterscheiden.

Reicht ein einziges Portal für die Suche?

Für einen ersten Überblick ja, für eine Kaufentscheidung nicht. Im Westen inserieren viele Anbieter zuerst oder ausschließlich auf dem Landesportal, landwirtschaftliche Objekte laufen über eigene Plattformen, und Zwangsversteigerungen erscheinen überhaupt nur in der Ediktsdatei der Justiz.

Warum sehe ich dasselbe Objekt auf mehreren Portalen?

Aus zwei Gründen. Erstens schalten Makler dasselbe Inserat auf mehreren Plattformen. Zweitens teilen sich mehrere bekannte Marken einen Datenbestand: Die Plattform Dibeo nennt bazar.at, immmo.at, krone.at und kurier.at als verbundene Auftritte. Vier Treffer können also ein Objekt und eine Quelle sein.

Wo finde ich Bauernhöfe, Almen oder Waldflächen?

Auf Landwirt.com, dem Anzeigenmarkt für die Landwirtschaft. Beim Abruf standen dort 445 österreichische Immobilieninserate, darunter 80 Bauernhöfe, 77 Wälder und 68 Äcker. Der Erwerb solcher Flächen ist allerdings grundverkehrsbehördlich genehmigungspflichtig, unabhängig von der Staatsangehörigkeit.

Sind Zwangsversteigerungen eine ernsthafte Option?

Sie sind eine eigene Quelle mit eigenen Risiken. Die Ediktsdatei der Justiz veröffentlicht gerichtliche Versteigerungen von Liegenschaften samt Kurzgutachten, Bildern, Lageplänen und Grundrissen; sämtliche Abfragen sind gebührenfrei. Ersteher übernehmen die Liegenschaft aber im Zustand des Zuschlags, ohne Gewährleistung und ohne Besichtigungsanspruch wie beim freihändigen Kauf.

Steht die Zulässigkeit als Ferienwohnsitz im Inserat?

Verlassen Sie sich nicht darauf. Ob eine Liegenschaft als Freizeitwohnsitz genutzt werden darf, ergibt sich aus der Widmung und - in Tirol - aus dem Freizeitwohnsitzverzeichnis der Gemeinde. Verbindlich ist allein die Auskunft der Gemeinde, und die kostet nichts außer einer schriftlichen Anfrage.

Der nächste Schritt

Stand und Quellen

Stand August 2026. Kategorien, Betreiber und Objektzahlen der einzelnen Portale wurden am 1. August 2026 auf den Auftritten der Anbieter selbst erhoben: Ländleimmo, TT Immo (New Media Online GmbH), SN Immo (Salzburger Nachrichten Medien GmbH), DER STANDARD Immobilien, FindMyHome, Wohnnet, Landwirt.com, RE/MAX Österreich, s REAL, Raiffeisen Immobilien, Dibeo, IMMMO und die Immosuchmaschine. Die Größenangaben der Maklernetze sind Selbstauskünfte und nicht unabhängig geprüft. Umfang und Kategorien der Ediktsdatei nach der Darstellung des Bundesministeriums für Justiz; die Gebührenfreiheit sämtlicher Abfragen ist dort ausdrücklich festgehalten. Inseratszahlen schwanken täglich und sind Momentaufnahmen des Abrufdatums. Über die zulässige Nutzung einer konkreten Liegenschaft entscheidet keine der genannten Plattformen, sondern die Gemeinde.